2009.3 Musik und Architektur / Musique et architecture / Musica e architettura

2009.3 Musik und Architektur / Musique et architecture / Musica e architettura
Beschreibung: 

Kunst + Architektur in der Schweiz 2009.3
Musik und Architektur
 
Musik und Architektur sind zwei Disziplinen, die eine verwandtschaftliche Nähe aufweisen, die ein altes und dauerhaftes Band verbindet, an das erinnert werden soll.  Dieses Heft untersucht, ausgehend von unterschiedlichen Ansätzen und Perspektiven, die Beziehung zwischen diesen zwei Disziplinen mit Berichten von Expertinnen und Experten des Fachgebiets. Die Beziehung zwischen Musik und Architektur wird namentlich anhand von Sachverhalten in Verbindung mit der Schweiz – einem Land, das diesbezüglich reich an Impulsen und interessanten Beispielen ist – analysiert. Der Blickwinkel reicht von den klassischen zu den romantischen literarischen Quellen und jenen des 19. Jahrhunderts bis zum Klang und zur Musikalität der modernen Bauten, die unser Land bereichern. Die acht Beiträge zeigen auf, wie sich die Beziehung zwischen Musik und Architektur entwickelt, indem sie immer neue Formen und Modalitäten annimmt.

Inhalt

Philippe Junod
Architecture et musique
Une complicité séculaire
Seit je sind Architektur und Musik eng miteinander verbunden. Von der Metapher bis zur Theorie, von Doppelbegabungen bis zur Zusammenarbeit, von der Akustik bis zur Ikonografie, zahlreich sind die Berührungspunkte. Die Idee einer «harmonischen» Architektur auf der Basis der musikalischen Proportionen geht auf die Antike zurück, reicht aber bis in die Moderne. Allerdings wird der Gegensatz zwischen Zeit-Kunst und Raum-Kunst durch die Klanginstallationen hinfällig. Die Schweiz hat einen nicht unerheblichen Beitrag zu dieser Problematik geliefert. Ihre vielseitigen Aspekte hat kein anderer als Le Corbusier in seinen Werken und Schriften zum Ausdruck gebracht.

Roberto Favaro
Case sonore e sinfonie di spazi: il dialogo intimo tra musica e architettura
Der Beitrag untersucht einige Aspekte der Beziehung Musik–Architektur. In erster Linie wird über die Musikalität der Architektur und die Architektonik der Musik nachgedacht, dies unter dem Aspekt der klingenden Landschaft, der Einbindung musikalischer Elemente in den architektonischen Entwurf, der tatsächlich hörbaren Sonorität des Manufakts und schliesslich der Raumhaftigkeit, die der musikalischen Komposition eigen ist. Beleuchtet werden weiter Fragestellungen zu Räumen für Musik sowie der kontrollierten Ausbreitung des Klangs im architektonischen Raum. Als Zusammenfassung und bezogen auf den Aspekt der Umsetzung in der Ausbildung wird schliesslich über die Lehrtätigkeit des Autors an der Accademia di architettura in Mendrisio berichtet.

Sabine von Fischer
Mysterien und Messungen
Das Problem der Objektivierung von Klang beim Bauen für Musik
Als um 1900 im Musiksaalbau wissenschaftliche Methoden eingeführt wurden, standen sich die physikalische Akustik und die Aura der Musik in den Augen vieler als unvereinbar gegenüber. Bis heute stellt sich die Frage nach der Rolle der Technik in der Architektur, wird doch von vielen im Musiksaalbau der Einsatz elektroakustischer Mittel abgelehnt. Das Beispiel des 1998 fertiggestellten Konzertsaals im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zeigt mit der Veränderbarkeit des Raumvolumens eine andere Möglichkeit, den Musiksaal auf die aufzuführende Musik abzustimmen.

Bruno Racalbuto
Le kiosque des Bastions: une histoire genevoise d’architecture et de musique
Das Zusammenspiel von Politik, wirtschaftlichen Umständen, Zeitgeist und Streben nach Bildung und kultureller Bereicherung ermöglichte die Realisierung des Musikpavillons im Parc des Bastions in Genf. Am Abend seiner Einweihung, am 14. Mai 1882, wies noch nichts auf die bevorstehenden Veränderungen des Gebäudes hin. Auf die Zuversicht der Anfangszeit folgte eine Phase der Unsicherheit, in der die Beteiligten das Projekt grundsätzlich in Frage stellten. Zu ständigen Anpassungen gezwungen, überlebte der Pavillon das 20. Jahrhundert mehr recht als schlecht. Im Strudel der Umwälzungen seiner Zeit ist sein Fortbestand letztlich vielleicht auf einen Verlust zurückzuführen: jenen seiner Identität. Im Vordergrund steht also die Frage nach dieser verlorenen Identität und der Bedeutung, die ihm die Genfer Bevölkerung beimessen.

Martin Kirnbauer
Ein Kloster ist ein Gefängnis ist ein Museum
Das Musikmuseum im Basler Lohnhof
Das im November 2000 eröffnete Musikmuseum des Historischen Museums Basel befindet sich an einem besonderen Ort, ist es doch im ehemaligen Zellentrakt eines Gefängnisses untergebracht. Wegen des Denkmalcharakters des historischen Gebäudes einerseits wie den Anforderungen eines modernen Ausstellungshauses andererseits hatten Bauherrschaft (Kanton und Historisches Museum Basel) und Architekturbüro (Morger & Degelo) eine Reihe von Problemen zu lösen. Schliesslich wurde ein Ausstellungskonzept realisiert, bei dem das Museumserlebnis neben den gezeigten Objekten und Inhalten auch durch die Erfahrung mit der Architektur geprägt wird.

Tarcisio Ferrari
La cantoria della chiesa Collegiata di Bellinzona
Die erste Orgel der Stiftskirche SS. Pietro e Stefano in Bellinzona wurde 1588 vom berühmten Orgelbauer aus Brescia, Graziadio Antegnati, geschaffen. Sie wurde in der vierten Kapelle auf der Nordseite der Kirche auf einer Empore aufgestellt, die von Giovanni Battista Ossone aus Pavia erbaut und durch den Maler Bartolomeo Gorla aus Bellinzona vergoldet wurde. Zweihundert Jahre später, im Zusammenhang mit einer stilistischen Umformung des Kirchenraums, wurde sie durch eine neue Empore von Diffendente Cerino aus Cerro Maggiore bei Mailand ersetzt (1791). Das Instrument aus der Renaissance blieb indessen erhalten und wurde mit zahlreichen neuen Registern durch den Mailänder Paolo Chiesa erweitert. Die 1998 restaurierte Orgel gilt heute als eine der wertvollsten in der Schweiz.

Michael Tomaschett
«Vorzüglich harmonische Werke»
Die Chororgeln in der Benediktinerklosterkirche Engelberg
Die Pflege der Kirchenmusik spielte stets eine wichtige Rolle in der Geschichte des Obwaldner Bergklosters. Gegenstand folgender Untersuchung ist die spätbarocke Chororgel in der Engelberger Klosterkirche. Wie das Vorgängerinstrument ist sie in das nördliche Chorgestühl eingebaut. Durch das holzbildhauerisch durchgestaltete Gehäuse wird sie optisch als integraler Bestandteil des Gestühls wahrgenommen. Eine solche bauliche Verbindung zwischen Chororgel und Chorgestühl ist funktional bedingt, zumal das Musikinstrument der Begleitung des im Gestühl stattfindenden monastischen Chorgesangs dient.

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Preis: CHF 20.00
CHF 15.00
Buch
Abbildungen: 
70
Seitenzahl: 
68
Autoren: 
Bruno Racalbuto
Laura Pedrioli
Martin Kirnbauer
Michael Tomaschett
Phillippe Juond
Roberto Favaro
Sabine von Fischer
Tarcisio Ferrari
Artikelnummer: K+A-2009.3
Inhaltssprache: 
Deutsch
Französisch
Italienisch
Erscheinungsdatum: 
30.06.2009
ISBN: 
978-3-03797-440-7
Verlag: 
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte