Fabriken der Zeit

K+A 2010.2
Beschreibung: 

Die Schweizer Uhrenindustrie gehört wohl wie kaum ein zweiter Industriezweig zu den identitätsstiftenden Elementen unseres Landes. Im Jahr 1923 zählte man in der Schweiz nicht weniger als 972 Uhrenfabriken mit durchschnittlich 35 Mitarbeitenden. Bei den meisten Fabriken handelte es sich um Familienunternehmen, die vornehmlich im Jurabogen und in der Region Genf angesiedelt waren. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA oder Japan blieb die kleinräumige Struktur bestimmend, es kam zu keiner industriellen Konzentration.

Speziell in den Städten Le Locle und La Chaux-de-Fonds, über die im aktuellen Heft von k+a berichtet wird, entstand eine einzigartige städtebauliche Struktur, eine vollkommene Symbiose zwischen Urbanistik und Industrie. Die Zwillingsstädte wurden bereits 1994 mit dem Wakker-Preis ausgezeichnet und im Juni 2009 von der UNESCO in den Bestand des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die drei vorherrschenden Architekturtypen der Fabrik, des geräumigen Arbeiterhauses und der Herrschaftsvilla sind Ausdruck eines sozial verantwortungsvollen unternehmerischen Geistes, der die Bedürfnisse von Industrie und Uhrmachern in Einklang zu bringen vermochte. Weitere Beiträge – etwa zum «Sonderfall» der Schaffhauser Manufaktur IWC – und Interviews mit Kennern des Uhrenwesens sollen Ihnen einen Eindruck von der Vielfalt dieses kulturellen Erbes in der Schweiz vermitteln; seien es Uhrendesigner, Forscher oder Philosophen, die sich zum Beispiel auch mit der Balance zwischen innerem Zeitempfinden und äusseren Zeitkonzepten in einer beschleunigten Welt auseinandersetzen.

Das Redaktionsteam von k+a wünscht Ihnen eine anregende Lektüre.
Michael Leuenberger
 


La Chaux-de-Fonds
La Chaux-de-Fonds


IWC Schaffhausen
IWC Schaffhausen


Arogno
Arogno


Pierre-Yves Donzé
Pierre-Yves Donzé


Räderuhren in Bern
Räderuhren in Bern


Raimondo Brenni
Raimondo Brenni


Stefan Klein
Stefan Klein


Mr. Jones buys a Swiss Watch...
Mr. Jones buys a Swiss Watch...


Lucens
Lucens


MIH à La Chaux-de-Fonds
MIH à La Chaux-de-Fonds

Zum Thema

Dossier 1
Johann Boillat, Nadja Maillard
Le patrimoine horloger des villes de La Chaux-de-Fonds et du Locle
L’expression urbanistique et architecturale
d’un système productif particulier

Dossier 2
Manfred Fritz
Das Zeithaus
Die Schaffhauser Uhrenmanufaktur IWC ist ein Sonderfall, liegt sie doch abseits der klassischen Uhrenzentren der Westschweiz. Diese Insellage hatte Konsequenzen.

Dossier 3
Lucia Pedrini-Stanga
L’industria orologiera di Arogno
L’impatto sul territorio, tra persistenze e trasformazioni

Interview
Michael Leuenerger
L’industrie horlogère suisse – mythes et réalités
Historien et grand connaisseur de l’industrie
horlogère suisse, Pierre-Yves Donzé poursuit actuellement ses recherches à Osaka, au Japon. Les éclairages qu’il apporte ici sur l’histoire et les spécificités de l’horlogerie helvétique remettent en cause certaines idées reçues.

Dossier 4
Markus Marti
Die ersten Räderuhren in Bern
Von den vielfältigen Horn- und Glockenzeichen zu den regelmässigen Stundenschlägen

Portrait
Magdalena Schindler
Universum auf vier Quadratzentimetern
Seit gut 40 Jahren arbeitet Raimondo Brenni als Uhrendesigner am Jurasüdfuss. Er kennt sein Metier à fonds, hat den Wandel der Schweizer Uhrenindustrie hautnah miterlebt und freut sich auch heute noch über jede neue Herausforderung.

Interview
Michael Leuenerger
Eine neue Kultur der Zeit
Der Philosoph, Biophysiker und erfolgreichste Wissenschaftsautor deutscher Sprache, Stefan Klein, über die Kostbarkeit des Augenblicks, die Bedeutung biologischer Rhythmen und Uhren und die Kunst des Müssiggangs.

Essay
Eduard C. Saluz
Mr. Jones buys a Swiss Watch …
Luxusbrands und Billiguhren in der Schweiz

Dossier 5
Monique Fontannaz
La trajectoire internationale d’un bourg rural vaudois
L’industrie horlogère à Lucens vers 1900

Persönlich
Michael Leuenerger
Das Uhrenuniversum
Das Musée International d’Horlogerie in La Chaux-de-Fonds und sein Konservator Ludwig Oechslin eröffnen die Welt der Zeitmessung.

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Silvia Brodmann
Die reformierte St. Johannes-Kirche in Basel
Eine neue wissenschaftliche Arbeit setzt sich mit der kaum erforschten Kirche auseinander.

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Preis: CHF 20.00
CHF 15.00
Buch
Seitenzahl: 
72
Artikelnummer: K+A-2010.2
Inhaltssprache: 
Deutsch
Französisch
Italienisch
Erscheinungsdatum: 
30.06.2010
ISBN: 
978-3-03797-443-8
Verlag: 
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte