k+a 2017.4 : Museen | Musées | Musei

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Beschreibung: 

Die Anziehungskraft von Museen ist ungebrochen – zwischen zwölf und fünfzehn Millionen Menschen besuchen jährlich die mehr als 1100 Ausstellungshäuser in der Schweiz. Museen sind wichtig für das Standortmarketing von Städten und ganzen Regionen – Strahlkraft und Prestigewert inklusive. Dementsprechend müssen sich die Ausstellungsorte attraktiv inszenieren, wollen sie im Rennen um die Gunst des Publikums mithalten. Unsere Autorinnen und Autoren haben die Herausforderungen untersucht, welche die Bauaufgabe Museum in der Architekturgeschichte so prestigeträchtig und faszinierend gemacht haben, und erläutern sie anhand unterschiedlichster Beispiele – geht es doch in diesen Häusern um die Inszenierung und Selbstvergewisserung zentraler Aspekte unserer Kultur: um die Auseinandersetzung mit Kunst, Geschichte und Wissenschaft. Wir wollen in den Museen letztlich auch mehr über unser eigenes Leben erfahren. Oder wie es ein bekannter Museumsdirektor einmal ausdrückte: «Ein gutes Museum konfrontiert den Besucher mit Fragen, die Google nicht beantworten kann.» Welche Schlüsselrolle dabei die Architektur spielt, lesen Sie in diesem Heft.

 

Essay | Essai | Saggio
Axel Christoph Gampp
Vom Nutzen und Zweck der Museen
Die drei Grundkategorien Vitruvs und der Bau von (neuen) Museen

Zusammenfassung
Vitruv hat die Kriterien utilitas (Nutzen), firmitas (Festigkeit) und venustas (Schönheit) zu Grundkategorien des Bauens erhoben. In den vergangenen 2000 Jahren haben sie an Aktualität kaum eingebüsst. Speziell im Kontext des Museumsbaus drängen sie sich geradezu auf. Es ist eine klare Hierarchie auszumachen: Der erste Rang gebührt der utilitas – der Nutzen ist breit gefächert. Ihm ordnet sich die firmitas unter. Die utilitas bestimmt auch weitere Aspekte wie Atmosphäre und Licht, ferner die Disposition der Räume und anderes mehr. Die venustas, die gelegentlich gegen das Design tendiert, sollte den beiden anderen nachfolgen. Diese hierarchische Abfolge ist bei verschiedenen Beispielen des Museumsbaus der jüngsten Vergangenheit aber nur bedingt zu erkennen. Denn Architektur als Erlebnis stellt sich immer stärker der Kunst als Erlebnis zur Seite. Das bedeutet: Während auf ästhetischer Ebene das Nebeneinander befruchtend sein kann, vermag sich das Kunstwerk auf semantischer Ebene nicht mehr überall und angemessen Gehör zu verschaffen.

 

Dossier 1
Dorothee Huber
Platz schaffen – Öffentlichkeit gewinnen​
Museumserweiterungen zwischen Sammlungspflege und Eventdruck

Zusammenfassung
Gleich mehrere Kunstmuseen und kulturgeschichtlich ausgerichtete Sammlungen haben in jüngerer Zeit gewichtige Erweiterungen erfahren. Dabei erhielten die Sammlungen ebenso wie auch die für die Ausstrahlung der Institution unentbehrlichen Wechselausstellungen den ihnen gebührenden Raum. Aus wirtschaftlichen Gründen müssen die Museen vielfach auch Veranstaltungsräume für Anlässe aller Art anbieten, was in Verbindung mit den in innenstädtischen Lagen beengten Verhältnissen zu einer typologisch und architektonisch zunehmend schwierigen Aufgabe wird.

 

Interview | Interview | Intervista
Michael Leuenberger, Zara Tiefert
«Ein Museum muss offen sein»
Das Kunsthaus in Bregenz feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Der Architekt des Gebäudes, Peter Zumthor, spricht mit k+a über seine Erfahrungen im Museumsbau, die Rolle von Tageslicht und Atmosphäre und seine aktuellen Projekte wie die Erweiterung der Fondation Beyeler.

 

Dossier 2
Dario Gamboni
Musée, maison, monument : l’actualité intempestive des musées d’artistes et de collectionneurs

Zusammenfassung
Museum, Bauwerk, Denkmal: die Herausforderung der Künstlerund Sammlermuseen
Die Schweiz ist reich an Museen, die von Künstlern oder Sammlern geschaffen wurden. Diese Museen stehen in einer starken Beziehung zu einer Person, einem Ort und einem Augenblick. Sie weisen dadurch die Eigenschaften eines Denkmals auf, und ihre Anpassung an die wechselnden Bedürfnisse moderner Museen erfordert deshalb viel Umsicht. Neben ihrer architektonischen Qualität, die zum Teil auf die Bauherrschaft zurückzuführen ist, haben sie gelegentlich die originale Anordnung der Kunstwerke bewahren können und bringen so ihre historischen, ästhetischen und inhaltlichen Werte optimal zur Geltung. Trotz der Bedingungen, welche die Stiftungsgründer mit ihren Schenkungen verbunden hatten, ist dies jedoch nur noch allzu selten der Fall. Der Beitrag weist auf die Besonderheiten und den Stellenwert dieser Museen hin.

 

Dossier 3
Cristina Gutbrod
«hier hatte ich nun die schönste Gelegenheit mit einr Reihe vorhandener Raumelemente […] einen Bau zu componiren»
Baustruktur und Innenausstattung in Gustav Gulls Landesmuseum

Zusammenfassung
Die Period Rooms im Landesmuseum Zürich sind die Herzstücke der ursprünglichen Sammlungskonzeption und der Museumsarchitektur. Die laufende Sanierung des Westflügels bietet deshalb einen Anlass, das Verhältnis zwischen den historischen Raumausstattungen und dem Entwurf des Landesmuseums von Gustav Gull (1858–1942) zu diskutieren. Die Ankaufspolitik und das ästhetische Programm des Landesmuseums wurden wesentlich vom Kunsthistoriker Johann Rudolf Rahn (1841–1912) geprägt. Zimmer und Decken aus der Spätgotik und der Renaissance in der Schweiz bildeten seit 1887 den Schwerpunkt einer eidgenössischen Sammlung, die hinsichtlich der Schaffung eines Nationalmuseums angelegt wurde. In Zürichs Bewerbung um den Museumssitz 1890 spielten historische Zimmer denn auch eine wichtige Rolle. Gull entwickelte eine Vision für den Museumsbau, in den sich originale Zimmereinrichtungen und Architekturfragmente in einem dynamischen Gestaltungsprozess hineinkomponieren liessen. Im Museumsinnern sind die Period Rooms in malerisch-atmosphärische Raumzusammenhänge eingebunden. Deren Sequenz ist am Aussenbau ablesbar, eingewoben in ein stilistisches und architektonisches Gesamtgeflecht. Die Erweiterungsprojektierung der 1910er Jahre schliesslich weist darauf hin, dass eine Inszenierung von Vergangenheit im Museum nach der Jahrhundertwende vermehrt kritisch gesehen wurde.

 

Dossier 4
Riccardo Bergossi
Il nuovo MASI Museo d’arte della Svizzera italiana al centro LAC Lugano Arte e Cultura
Un giovane cuore pulsante per il Ticino

Zusammenfassung
Das neue Kunstmuseum MASI im LAC Lugano
Der politische Entscheid, das Lugano des 21. Jahrhunderts mit seiner Bevölkerungs- und Flächenzunahme durch Gemeindefusionen neu zu denken, bedeutete auch, das Gelände des ehemaligen Grand Hotels Palace als Kulturzentrum zu nutzen. Im Jahr 2000 schrieb die Stadt Lugano einen internationalen Architekturwettbewerb aus. Ziel war ein Projekt, das auf dem Perimeter ein Museum für zeitgenössische Kunst und einen Theater- und Konzertsaal in den zu erhaltenden Bestand aus der Vergangenheit integrierte – zwei Seiten des Kreuzgangs des Klosters Santa Maria degli Angeli aus dem 16. Jahrhundert und die Fassaden des Hotels. 2002 wählte die Jury den Entwurf des Architekten Ivano Gianola aus. Dieser zeichnete sich durch eine geschickte Verbindung des Bestands mit den neuen Volumen zu einer neuen städtebaulichen Einheit aus. Die Planung des neuen Ausstellungszentrums lieferte den Anstoss zur Vereinigung des Museo comunale d’arte moderna und des Museo cantonale d’arte zu einem neuen Kunstinstitut, dem MASI oder Museo d’arte della Svizzera italiana. Das neue Museum beflügelte die Entwurfsarbeit und führte schliesslich zu einer Institution, die technologisch an der Spitze mithalten und die an sie gestellten Erwartungen erfüllen kann. Mit den erfolgreichen Aktivitäten der ersten zwei Betriebsjahre wurde dies hinlänglich bewiesen.

 

Dossier 5
Dora Sagardoyburu
Valorisation de la cage d’escalier au Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel
Les enjeux de la médiation numérique

Zusammenfassung
Aufwertung des Treppenhauses des Kunsthistorischen Museums von Neuenburg
Eine Ehrentreppe führt in den ersten Stock des Kunsthistorischen Museums in Neuenburg. Die Dekoration des Treppenhauses bildet ein eigenständiges Ensemble aus Elementen der bildenden und dekorativen Kunst, der Geschichte und der Religion. An der in Etappen ausgeführten Realisierung (1886–1893 Gemälde, 1895–1921 Ausstattung) waren der Schweizer Künstler Léo-Paul Robert und dessen englischer Mitarbeiter Clement Heaton beteiligt. Das vom Zusammentreffen von Jugendstil und der Arts-and- Crafts-Bewegung inspirierte Dekor zeichnet sich durch grossen Reichtum und innovative Techniken aus. Eine interaktive Infosäule eröffnet dem Publikum einen eindrücklichen Einblick in dieses Gesamtkunstwerk. Die attraktive Vermittlung von Informationen und ästhetischen Werten ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der kulturellen Teilhabe.

 

Dossier 6
Roland Scotti
Was machen Museen für moderne Kunst im Randgebiet?
Ein Plädoyer und ein Beispiel

Zusammenfassung
Moderne und zeitgenössische Kunst scheinen allgegenwärtig zu sein – auch in der Schweiz. Dennoch ist die Notwendigkeit eines Kunstmuseums des 20. und 21. Jahrhunderts in sogenannten kulturellen Randregionen ist keineswegs selbstverständlich. Die regionale und überregionale Resonanz, von der eine Institution lebt, will erarbeitet werden – nicht nur mithilfe von Standortmarketing, sondern auch durch die Anerkennung der Bevölkerung vor Ort. Das Kunstmuseum Appenzell zeigt mit seiner fast 20-jährigen Geschichte, dass ein solches Museum in einer Landschaft, die kulturell von unterschiedlichsten Traditionen geprägt ist, mit einer initiativen Trägerschaft die verschiedensten kulturellen Bedürfnisse erfolgreich stillen kann.

 

KdS | MAH | MAS
Jasmin Christ und Stephanie Ehrsam
Die KdS-Inventarisation in Uri wurde feierlich abgeschlossen
Buchpräsentation des 132. KdS-Bands zum Schächental und zum Unteren Reusstal

 

KdS | MAH | MAS
Jasmin Christ und Stephanie Ehrsam
Ein erster Meilenstein der KdS-Inventarisation in Glarus
Buchpräsentation des 133. KdS-Bands zu Glarus Nord

 

Publikationen der GSK | Publications de la SHAS | Pubblicazioni della SSAS
Schweizerische Kunstführer Serie 101/102
Der zweite Teil der Schweizerischen Kunstführer 2017 wird im Dezember an die Abonnentinnen und Abonnenten verschickt.

 

Aktuell | Actuel | Attuale

  • Nicole Pfister Fetz, lic. phil. I, Präsidentin GSK
    Billet de la présidente
    Architektur ist angesagt!
  • Kulturerbe für alle
    Mehr Informationen und Teilnahme (ab 18. Dezember 2017) auf www.kulturerbefueralle.ch
  • GV-Vorankündigung der GSK
    138. Jahresversammlung der GSK
    Am Samstag, 21. April 2018, findet im Theater Casino Zug die 138. Generalversammlung der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK statt.

 

Auslandreisen | Voyages à l’étranger | Viaggi all’estero

  • Schottland
    Von Burgen, Dörfern und Städten in den Lowlands, Highlands und Borders
  • Klee in Tunesien

 

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  • Bild versus Substanz
  • Die Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz

 

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Preis: CHF 25.00
CHF 17.00
Buch
Abbildungen: 
97
Seitenzahl: 
80
Autoren: 
Diverse
Artikelnummer: K+A-2017.4
Bandnummer: 
68. Jahrgang, 4.2017
Inhaltssprache: 
Deutsch
Französisch
Italienisch
Erscheinungsdatum: 
11.12.2017
ISBN: 
978-3-03797-301-1
Verlag: 
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte