Zeitschrift k+a
Kunst + Architektur in der Schweiz
AKTUELL: k+a 2026.3 : Exotische und koloniale Architektur | Architecture exotique et coloniale | Architettura esotica e coloniale
Die Schweiz – lange als Zuschauerin der europäischen Kolonialgeschichte betrachtet – rückt seit der Jahrtausendwende verstärkt ins Zentrum einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrem kolonialen Erbe. Unsere Autorinnen und Autoren sind der Frage nachgegangen, wie diese Verechtungen in die gebaute Umwelt, die materielle Kultur und das kollektive Gedächtnis eingewoben sind. So spiegeln Architektur, Kunst und Alltagsgegenstände vielfältige koloniale Verbindungen wider.
Exotisierende Bildwelten, wie sie im Rokoko in Kirchen, Herrenhäusern und sogar Bauernhäusern der Ostschweiz auftauchten, sind dabei ebenso Teil der Analyse wie die materielle Durchdringung des Alltags durch Kolonialwaren – etwa Baumwolle, die durch die Ostschweizer Weissstickerei bis in die intimen Sphären des Wohnens und der Kleidung vordrang. Auch die Architektur bietet als materielles Archiv kolonialer Ver- echtungen reichlich Anschauungsmaterial: Villen wie die Villa Patumbah in Zürich, finanziert durch Gewinne aus Tabakplantagen auf Sumatra, oder das Volkarthaus in Winterthur, Knotenpunkt eines globalen Baumwollhandels, stehen exemplarisch für die räumliche Manifestation kolonialer Wirtschasbeziehungen. Öffentliche Bauten wie Schulhäuser oder Bahnhöfe tragen bis heute Spuren kolonialer Weltbilder – sei es in Form von Wandmalereien, exotisierenden Figuren oder als Inschriften. Die Debatten um den Umgang mit solchen Zeugnissen spiegeln die gesellschaliche Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur und Verantwortung wider. So wird die vorliegende Ausgabe selbst zu einem Plädoyer für einen vielstimmigen, offenen und selbstkritischen Umgang mit unserem Kulturerbe.
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Die durchgehend vierfarbige Publikumszeitschrift k+a legt den Fokus auf das baugeschichtliche Kulturerbe der Schweiz. Die Zeitschrift enthält Artikel aus Kunstwissenschaft, Architekturgeschichte und Kulturgütererhaltung und -dokumentation.
Mit der Zeitschrift wird Ihnen die Kernkompetenz und die Arbeit der GSK näher gebracht. Die Kunst des Dokumentierens und Erforschens des baugeschichtlichen Kulturerbes der Schweiz wird auf diese Weise fassbar und transparent gemacht und ermöglicht wertvolle Einblicke. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich und ist als Teil der Mitgliedschaft im Jahresbeitrag inbegriffen.
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